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Abbildung von Logiken (Scripting)

Grundlagen

In BPM werden Prozesse grafisch modelliert. Diese Modelle bilden den Ablauf sehr gut ab, stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, komplexe Geschäftslogik umzusetzen. An dieser Stelle kommt Skripting ins Spiel. Skripte werden innerhalb von Prozessen genutzt, um Bedingungen, Berechnungen und technische Detaillogik zu formulieren, die sich nicht sinnvoll rein grafisch darstellen lassen.

Ein zentraler Einsatzbereich ist das Abbilden von Bedingungen, also klassischer If/Else-Logik. So wird beispielsweise entschieden, ob ein Bestellvorgang einen Freigabeprozess durchlaufen muss („Ist der Bestellwert größer als 1.000 €?“) oder ob ein Kunde besondere Konditionen erhält („Ist der Kunde bereits registriert und hat einen Premium-Status?“). In Gateways oder Skript-Tasks wird mithilfe solcher Ausdrücke gesteuert, welcher Pfad im Prozess eingeschlagen wird.

Darüber hinaus dient Skripting der Verarbeitung und Aufbereitung von Daten. Dazu gehört etwa das Berechnen von Rabatten oder Gesamtsummen, das Ermitteln von Fälligkeiten, das Formatieren von Namen und Texten oder das Konvertieren von Datums- und Währungsformaten. Skripte helfen dabei, Informationen so aufzubereiten, dass sie in nachfolgenden Prozessschritten oder Schnittstellenaufrufen korrekt weiterverwendet werden können.

Ein weiterer wichtiger Zweck ist die Automatisierung von Routineaufgaben. So können Skripte Prozessvariablen automatisch setzen, Formularfelder für Benutzeraufgaben vorbelegen oder Standardtexte für E-Mails und Dokumente erzeugen. Dadurch wird die Arbeit für Anwenderinnen und Anwender vereinfacht und der Prozess wird weniger fehleranfällig.

Schließlich spielt Skripting auch bei der technischen Integration eine zentrale Rolle. Skripte bereiten Daten für den Aufruf externer Services (z.B. REST- oder SOAP-Schnittstellen) vor, interpretieren deren Rückgabewerte und übernehmen grundlegende Fehlerbehandlung, etwa wenn ein externer Dienst nicht erreichbar ist. Diese Logik findet sich in Skript-Tasks, in Expressions an Gateways, in Listenern oder Events sowie in der Logik von Formularen.

Insgesamt ist Skripting im BPM die Feinmechanik hinter der grafischen Modellierung: Es verleiht Prozessen die nötige Intelligenz, um Entscheidungen zu treffen, Daten zu verarbeiten und externe Systeme anzubinden. So werden aus rein visuellen Abläufen tatsächlich ausführbare, automatisierte Geschäftsprozesse.

Skript-Funktionen

Die zur Verfügung stehenden Funktionen, Befehle und Konstanten sind im Bereich Scripting aufgeführt.

Skript-Editor

Das Skripting in BPM wird in einem dafür vorgesehenen Editor durchgeführt, der im gleichnamigen Tab im jeweiligen Prozess neben dem technischen Modell und dem Datenmodell zur Verfügung steht. Er unterscheidet sich leicht in seinen Funktionalitäten vom Skript-Editor in der Skriptbibliothek sowie dem Maskenskript-Editor.

Beispielsweise werden die Skripte in einer Ordnerstruktur dargestellt und nach “Art” des Skriptes (Aktion, Startereignis) gruppiert. Ein Absprung in die jeweilige Aktion im technischen Modell ist über das Icon ebenso möglich.

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Skript-Editor

Der Skript-Editor bietet zur komfortablen und korrekten Erstellung von Skripten unterschiedliche Funktionen.

  • Autovervollständigung
    Die Autovervollständigung unterstützt dabei, Entitäten und Felder aus dem Datenmodell sowie kontextbezogene Hilfseinträge für Prozess-Hilfsklassen und deren Methoden leichter zu finden. Mit Eingabe der öffnenden Klammer "(" nach dem Methodennamen, wird der Parameter-Assistent angezeigt.

  • Syntax-Prüfung
    Der Code wird bereits bei der Eingabe einer Syntax-Prüfung unterzogen und fehlerhafte Stellen werden entsprechend markiert.

  • Umbenennung von Methoden, Variablen und Parametern
    Mit F2 können Umbenennungen im aktuellen Scope automatisch durchgeführt werden. Alle Verwendungsstellen der Methoden, Variablen oder Parameter werden dann zusammen geändert.

  • Definition / Verwendungsstellen von Methoden, Variablen und Parametern
    Mit STRG+<Klick> auf z.B. einen Methodenaufruf, springt man so dessen Definition (funktioniert nur innerhalb des Skripts). Mit STRG+<Klick> auf die Definition einer Methode kann man deren Verwendungsstellen einsehen. Analoges Verhalten auch für Variablen und Parameter.

  • Aufruf der Dokumentation
    Bei geöffneter Vorschlagsliste kann mit STRG+LEERTASTE die Dokumentation ein bzw. wieder ausgeblendet werden.

  • Suchen & Ersetzen
    Zur einfachen Anpassung von Skripttexten steht ein Suchen-/Ersetzen-Dialog zur Verfügung, der das gezielte Suchen und Ersetzen von Textstellen im Skript ermöglicht. Der Aufruf erfolgt über die Tastenkombination STRG+F.

  • Multi-Cursor-Bearbeitung
    Mit STRG+D lassen sich nach und nach mehrere "gleiche" Texte markieren und zusammen bearbeiten.

  • Anzeigen der Kommando-Palette mit F1
    Hier werden alle verfügbaren Aktionen/Werkzeuge des Editors zusammen mit den entsprechende Tastenkürzeln angezeigt. Die Liste kann gefiltert und die Aktionen auch durch EINGABE ↵ ausgelöst werden. Dieses Feature ist sehr hilfreich, wenn man eine Tastenkombination nachschauen oder die Möglichkeiten des Editors entdecken möchte.

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