Teilprozesse
Grundlagen
Teilprozesse dienen dazu, wiederkehrende Aufgaben aus Hauptprozessen auszulagern und zentral wiederzuverwenden. So müssen vergleichbare Abläufe nicht in jedem Prozess neu modelliert oder kopiert werden.
Ein Teilprozess kann nicht eigenständig gestartet werden, sondern wird immer aus einem führenden (Haupt-)Prozess heraus aufgerufen. Derselbe Teilprozess kann dabei in mehreren Hauptprozessen verwendet werden.
Anlage eines neuen Teilprozesses
Über die Neuanlage von Prozessen können auch Teilprozesse angelegt werden.
In einem Teilprozess lassen sich – analog zum Hauptprozess – folgende Bestandteile definieren:
das fachliche Modell
das technische Modell
das Datenmodell
Es gibt jedoch einen zentralen Unterschied im Startverhalten:
Ein Teilprozess besitzt keine eigene Startbedingung wie ein Hauptprozess.
Stattdessen definiert er nur seine Schnittstelle, also die Eingabe- und Ausgabeparameter.
Am Startpunkt eines Teilprozesses stehen ausschließlich Eingabevariablen zur Verfügung.
Im Ende-Ereignis werden die Ausgabeparameter des Teilprozesses angezeigt.
Neue Variablen werden wie gewohnt über die Variablen-Sammlung des Prozesses hinzugefügt. Dabei ist für jede Variable ein Typ zu vergeben:
Ein-/Ausgabeparameter
Wird beim Start des Teilprozesses übergeben und kann im Verlauf verändert werden.
Der (ggf. geänderte) Wert steht nach der Ausführung im Hauptprozess wieder zur Verfügung.
Eingabeparameter
Wird beim Start des Teilprozesses aus dem Hauptprozess geliefert.
Dient nur der Verwendung im Teilprozess; der Hauptprozess erwartet über diese Variable keine Rückgabe.
Ausgabeparameter
Enthält ein Ergebnis der Verarbeitung im Teilprozess.
Wird am Ende des Teilprozesses an den Hauptprozess zurückgegeben.
Für die technische Modellierung stehen im Teilprozess die gleichen Elemente zur Verfügung wie im Hauptprozess (Aktionen, Verzweigungen, Ereignisse usw.).
Alle Modellierungsregeln, die für Hauptprozesse gelten, sind entsprechend auch bei Teilprozessen zu beachten.
Ist der Teilprozess fertig modelliert und getestet, wird er gespeichert und anschließend veröffentlicht, damit er in Hauptprozessen verwendet werden kann.
Einbinden eines Teilprozesses in einen Hauptprozess
In einem Hauptprozess kann ein Teilprozess über das entsprechende Element im technischen Modell eingebunden werden.
Nach dem Einfügen des Elements werden alle verfügbaren Teilprozesse zur Auswahl angeboten. In der Konfiguration müssen anschließend:
alle Eingabeparameter des Teilprozesses mit passenden Variablen aus dem Hauptprozess belegt werden
alle Ausgabeparameter des Teilprozesses auf Variablen des Hauptprozesses abbildet werden
Die Konfiguration ist erst dann vollständig, wenn alle Parameter zugeordnet sind.
Beim Veröffentlichen des Hauptprozesses wird zusätzlich geprüft, ob der eingebundene Teilprozess bereits veröffentlicht ist. Ein Hauptprozess kann nur dann veröffentlicht werden, wenn alle referenzierten Teilprozesse ebenfalls veröffentlicht vorliegen.
Mit Strg + Klick im technischen Modell auf die Aktion, die einen Teilprozess darstellt, kann der zugehörige Teilprozess geöffnet werden.
Teilprozess übersteuern
Wird ein Standard-Teilprozess (z. B. ein C0-Teilprozess) übersteuert, dürfen die in der Standardversion definierten Ein- und Ausgabeparameter im übersteuerten Teilprozess nicht verändert werden.
Konkret bedeutet das:
Es dürfen keine neuen Ein-/Ausgabeparameter hinzugefügt werden.
Bestehende Parameter dürfen nicht umbenannt werden.
Bestehende Parameter dürfen nicht entfernt werden.
Hintergrund ist, dass Hauptprozesse, die diesen Teilprozess verwenden, sich auf eine stabile Schnittstelle zwischen Haupt- und Teilprozess verlassen. Änderungen könnten zu Laufzeitfehlern oder inkonsistentem Verhalten führen.
Innerhalb des übersteuerten Teilprozesses kann jedoch die interne Logik angepasst werden (z. B. andere Aktionen, Abläufe, Skripte), solange die Schnittstelle unverändert bleibt.